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Die Geschichte des Instituts beginnt am 24. Juli 1950 mit der
Umwandlung des Seminars für mathematische Logik und
Grundlagenforschung in das gleichnamige Institut durch Erlass des
Kultusministeriums. Beantragt wurde dieser Schritt von Heinrich
Scholz.
Vorgeschichte
Am 26. April 1928 wird Georg Heinrich Scholz, seit dem 1. Oktober
1919 Lehrstuhlinhaber für Philosophie an der Universität
Kiel, mit Schreiben durch den Preußischen Minister für
Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zum Ordinarius für
Philosophie an der Universität Münster ernannt. Dieses Amt
ist verbunden mit der Leitung der Abteilung B des Philosophischen
Seminars. Scholz macht seine bereits in Kiel entdeckte Berufung für
die mathematische Grundlagenforschung zum Schwerpunkt seiner
Lehrtätigkeit. Organisatorisch findet diese Ausrichtung ihren
Niederschlag in einer Erweiterung des Scholzschen Lehrauftrags auf
das Gebiet der logistischen Logik und der Grundlagenforschung
(ministerielle Verfügung vom 1. April 1936) und der Umbenennung
der Abteilung B in Logistische Abteilung des Philosophischen Seminars
(14. September 1936).
Am 21. Mai 1938 wird durch eine Verfügung des Reichs- und
Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und
Volksbildung das von Scholz bekleidete Ordinariat für
Philosophie in ein solches für Philosophie der Mathematik und
Naturwissenschaft umgewandelt. Scholz hatte eine Umwandlung seiner
Professur in eine Professur für Logik und exakte Philosophie der
Mathematik und Naturwissenschaften beantragt. Am 5. Januar 1939
erfolgte auch die etatsrechtliche Verselbstständigung.
Am 25. Oktober 1943 teilt der Reichsminister für
Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Heinrich Scholz in einem
Schreiben die einem Antrag der Philosophischen und
Naturwissenschaftlichen Fakultät entsprechende Umwandlung seines
Lehrstuhls in einen solchen für mathematische Logik und
Grundlagenforschung mit. Am 2. März 1946 wird einem Antrag
Scholz' vom 19. Februar des selben Jahres entsprochen: Das
Logistische Seminar wird zum Seminar für mathematische Logik und
Grundlagenforschung.
Geschichte
Von 1950 bis 1953 leitet Heinrich Scholz das Institut. Seine
größte Leistung ist der Aufbau und der wachsende Ruf des
Instituts: um ihn versammeln sich bekannte Größen (z.B.
Ackermann) und junge Talente (z.B. Hasenjäger). Von ihm selbst
stammt die (vielleicht mit einem Augenzwinkern zu verstehende)
Beurteilung: Es [das Institut] ist das Einzige, das ich
hinterlasse. Auf Beschluss des zuständigen Ministeriums
bleibt das Institut auch nach seiner Emeritierung erhalten. Die
Leitung wird Hans Hermes übergeben, den man, was seine
Forschungsinteressen angeht, als echten Allrounder bezeichnen muss.
Mit Ausnahme der Modelltheorie, die sich zu dieser Zeit eher in die
Richtung der Algebra entwickelte, hat er wohl zu jedem damals
bekannten Forschungsgebiet der Logik wenigstens einen kleinen Beitrag
geleistet.
Als Hermes 1966 einem Ruf nach Freiburg folgt, tritt sein Schüler
Dieter Rödding seine Nachfolge an. Röddings
Interessenschwerpunkt ist die Rekursionstheorie, mit fortschreitender
Tätigkeitsdauer verlagert sich dies jedoch immer mehr in
Richtung der theoretischen Informatik. Ab April 1972 vertritt Justus
Diller, der bereits 1969 in München habilitiert worden war, den
gerade bewilligten zweiten Lehrstuhl des Instituts. Er kehrt zunächst
nach München zurück, folgt jedoch im Juni 1973 dem Ruf aus
Münster. Das Interessengebiet von Justus Diller ist
Konstruktivismus und Beweistheorie konstruktiver Systeme,
insbesondere die Funktionalinterpretationen stehen im Zentrum seiner
Forschung.
Nach dem plötzlichen Tod Röddings im Juni 1984 wird
seine Stelle im Oktober 1985 durch Wolfram Pohlers, einem
Beweistheoretiker mit Schwerpunkt Ordinalzahlanalyse, neu besetzt.
Bis zu Dillers Emeritierung am 1. August 2001 leiten beide die
Geschicke des Instituts.
Im August 2003 erhält
Ralf Schindler den Ruf
als Nachfolger Dillers
und tritt sein Amt am 1. November 2003 an. Schindler
ist Experte für Mengenlehre, seine Schwerpunkte sind innere
Modelle und Feinstrukturtheorie. Am 01. April 2008 wurde Frau Katrin
Tent an das Institut berufen. Ihr Gebiet ist die Modelltheorie und
Anwendungen auf die Algebra.
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