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Hinweise zur Vorbereitung eines Seminarvortrages

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Wie bereitet man einen Vortrag vor? Der folgende Plan gibt Ihnen ein paar Hinweise:

  1. Stoff sichten und durchdringen (ab etwa 3 Wochen vor dem Vortrag)
    1. Inhalt und Literatur für den Vortrag sind jeweils stichpunktartig vorgegeben, sollten aber gleich zu Beginn kurz besprochen werden.
    2. Fragen zum Inhalt können wir je nach Umfang per Email, beim Seminar oder in einer Besprechung klären.
    3. Beachten Sie: Bevor Sie den Zuhörern einen Sachverhalt beibringen können, müssen Sie ihn selbst verstanden haben. Um Fragen beantworten zu können, benötigen Sie eventuell zusätzliches Hintergrundwissen.
  2. Stoffauswahl (ab etwa 3 Wochen vor dem Vortrag)
    1. Entwickeln Sie eine hierarchische Gliederung des Vortrags. Dabei hilft folgendes Vorgehen: Fassen Sie das Ziel des Vortrags in zwei bis drei Sätzen zusammen, unterteilen Sie den Vortrag in Abschnitte und fassen Sie das Ziel von jedem Abschnitt wieder in zwei bis drei Sätzen zusammen. Dann gliedern Sie jeden Abschnitt in Definitionen, Beispiele und Sätze, deren Inhalt Sie mit jeweils einem Satz zusammenfassen.
    2. Suchen Sie zur Veranschaulichung des Stoffes -- insbesondere von Definitionen, aber auch (zur Anwendung von) Sätzen -- nach Beispielen und Gegenbeispielen.
    3. Überdenken Sie die Reihenfolge, in der Sie die Definitionen, Beispiele und Sätze anordnen.
    4. Beschränken Sie sich auf die wesentlichen Kernpunkte des Vortrags und versuchen Sie, diese möglichst gut zu erklären. Überfordern Sie die Zuhörer weder durch zu viele Details wie langwierige Rechnungen noch durch zu viel Stoff.
  3. Besprechung der Stoffauswahl (etwa 2 Wochen vor dem Vortrag)
    Bringen Sie zur Besprechung der Stoffauswahl eine erste schriftliche Gliederung entsprechend der Hinweise in 2(a) mit.
  4. Planung des Vortrags (ab etwa 2 Wochen vor dem Vortrag)
    1. Suchen Sie aus, was Sie an die Tafel schreiben -- dazu gehören alle Definitionen, Sätze und Beweise sowie die meisten Beispiele. Formulieren Sie dieses dann genau aus und planen Sie das Tafelbild. Weil Anschreiben viel Zeit kostet, sollten Sie auf lange Sätze verzichten und knapp formulieren.
    2. Suchen Sie aus, was Sie nur sagen und nicht anschreiben -- dazu gehören Zusammenfassungen, Erläuterungen oder ganz einfache Beispiele. In solchen Schreibpausen können Sie sich von der Tafel lösen, den Zuhörern zuwenden und verhindern, dass der Kontakt zu den Zuhörern abreisst.
    3. Planen Sie Ihren Vortrag flexibel, damit Sie auf Fragen und eventuelle Zeitknappheit reagieren können. Welche Details wollen Sie auslassen und nur auf Nachfrage erklären? Welche können Sie bei Zeitknappheit weglassen? Setzen Sie die wichtigsten Ergebnisse nicht an den Schluss, sonst kommen diese womöglich wegen Zeitknappheit oder Ermüdung der Zuhörer zu kurz.
    4. Wie können Sie die Zuhörer einbeziehen? Bereiten Sie einfache Verständnisfragen an die Zuhörer vor, etwa zu Beispielen oder im Anschluss an Definitionen.
    5. Wie ordnet sich der Vortrag in das gesamte Seminar ein? Stellen Sie den Bezug zu anderen Vorträgen her.
  5. Probevortrag Halten Sie Ihren Vortrag probeweise, am Besten mit Zuhörern!
  6. Besprechung des Vortrags (etwa 1 Woche vor dem Vortrag)
    Bringen Sie zur Besprechung des Vortrags die genaue Ausarbeitung dessen, was Sie anschreiben und was Sie sagen wollen, mit.
  7. Vortrag halten
    1. Sprechen Sie nicht nur an die Tafel, sondern stellen Sie Kontakt zu den Zuhörern her, etwa durch Augenkontakt, Fragen und Schreibpausen (siehe 4(b) und 4(d)), Bezugnahme auf andere Vortragende (siehe 4(e)) und Ermunterung zu Fragen.
    2. Schreiben Sie sorgfältig und sprechen Sie laut und deutlich.
    3. Lassen Sie sich nicht verunsichern und bleiben Sie ruhig. Ein Seminarvortrag ist keine Prüfungssituation! Wenn Sie eine Frage nicht beantworten können, geben Sie das offen zu -- dann versuchen wir, die Frage gemeinsam zu beantworten.
Wie verhalten Sie sich als Zuhörer? Sie sollten stets nachfragen, wenn eine Formulierung oder ein Sachverhalt unklar ist oder Ihnen einfach eine Frage auffällt. Dabei brauchen Sie nicht zu befürchten, den Vortragenden ``bloßzustellen'' -- Fehler können jedem passieren, und wenn der Vortragende eine Frage nicht beantworten kann, gilt 7(c).

Wonach richtet sich die Bewertung? Sie sollen keine perfekte und glatte Präsentation abliefern, sondern sich bemühen, den anderen Teilnehmern etwas beizubringen. Deswegen werden unter anderem die Vorbereitung des Vortrags, die didaktische Aufbereitung des Stoffes, das Bemühen um den Kontakt zu den Zuhörern, der Umgang mit Fragen und natürlich die fachliche Durchdringung des Stoffes bewertet.

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Dr. Thomas Timmermann

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